
Mahnwache der Katholischen Österreichischen Studentenverbindung „Riegersburg“ zu Fürstenfeld gegen den Neo-Nazismus und Rechtsextremismus in Österreich sowie zum Gedenken an die vornehmlich jüdischen Opfer der Todesmärsche im April 1945 mit dem Ziel KZ Mauthausen.
Wann und wo?
Die Mahnwache beginnt am Samstag, 5. Mai 2012 pünktlich um 12.00 Uhr und dauert bis 13.00 Uhr. Sie findet im Stadtpark von Fürstenfeld beim Denkmal für die jüdischen Opfer der Todesmärsche von 1945 statt.
Historischer Hintergrund
Das KZ Mauthausen ist als das letzte aller nationalsozialistischen Konzentrationslager am 5. Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit worden. Viele Opfer des Nazi-Regimes sind in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges aus den zuvor aufgegebenen Konzentrations- und Vernichtungslagern teils in Zugtransporten (Viehwaggons), teils in Todesmärschen in Richtung des in der Nähe von Linz gelegenen KZ Mauthausen „evakuiert“ worden.
Mit dem Denkmal im Fürstenfelder Stadtpark wird konkret an jene Opfer erinnert, die nach den Arbeiten am sogenannten Südostwall aus dem Gebiet des heutigen Südburgenlandes und der Südoststeiermark unter mörderischen Bedingungen in Fußmärschen (unter anderem über den Präbichl) in Richtung Mauthausen getrieben worden sind, wo die Überlebenden endgültig ermordet werden sollten.
Wer auf dem Weg nicht mehr mitkonnte (vor Krankheit, Hunger oder Entkräftung) wurde erschlagen oder erschossen. Der Zivilbevölkerung war jegliche Hilfe verboten. Nur wenige wagten dennoch Werke der Barmherzigkeit.
Warum wir?
Die Katholische Österreichische Studentenverbindung (K.Ö.St.V.) Riegersburg zu Fürstenfeld trifft als 1957 gegründete Verbindung des Mittelschülerkartellverbandes (MKV) natürlich keine Verantwortung für die Vorgänge von 1938 bis 1945 im damals von Nazi-Deutschland besetzten Österreich. Nicht wenige unserer späteren Verbindungs-Mitglieder bzw. deren Familien hatten sogar als aufrechte Demokraten und überzeugte Österreicher in diesen Jahren unter politischer Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime zu leiden.
[Prominente MKVer wie Alfons Gorbach (KZ Dachau, KZ Flossenbürg), Leopold Figl (KZ Dachau, KZ Mauthausen) oder Karl Maria Stepan (KZ Dachau, KZ Mauthausen, KZ Flossenbürg) gehörten zu den ersten politischen Opfern des Hitlerregimes nach der Besetzung Österreichs im Jahr 1938]

Darum jetzt!
Aber: Gerade, wenn schlagende und nicht selten deutschtümelnde Burschenschafter akkurat am 27. Jänner 2012 – dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945 und dem internationalen Holocaustgedenktag – ihren Burschenschafterball (WKR-Ball) in der Wiener Hofburg veranstalten, dann wollen wir dem ganz bewußt am Befreiungstag des Konzentrationslagers Mauthausen eine Mahnwache gegen den nach wie vor existenten Neonazismus und Rechtsextremismus in unserer Heimat entgegenhalten.
Wir tun das als katholische Couleurstudenten, Demokraten und Österreich-Patrioten!